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Preussen Lengerich gibt Trainingsgelände Aldruper Damm auf

Fehlender Bedarf und hoher Pflegeaufwand – Mitte 1990er Jahre in Eigenregie errichtet

In zahlreichen Arbeitseinsätzen baut der SC Preussen Lengerich sein Trainingsgelände am Aldruper Damm bis Ende März 2023 zurück. Das Bild zeigt den Abbau der Ballfangzäune mit Befestigungsstangen. Die Demontage der Flutlichtmasten erfolgt Anfang des Jahres.

Nur wenig erinnert derzeit noch an die Fußballtrainingsplätze am Aldruper Damm, denn inzwischen holt sich die Natur, sprich Maulwurf, Regenwurm und Kaninchen, ihr Terrain zurück. Seit Mitte der 1990er Jahre betreibt der SCP ein gepachtetes provisorisches Trainingsgelände im Außenbereich am Aldruper Damm. Damals hatte der Verein seine hohe Zeit und nahm teilweise mit sieben Seniorenteams plus Alte Herren und über 20 Juniorenteams am Spielbetrieb teil. Das städtische Stadion an der Münsterstraße war total überlastet und es entbrannte ein stetiger Kampf um die Trainingsplätze, egal ob Asche oder Rasenplatz. Der damalige, äußerst rührige Vorsitzende Heinrich Howe und sein Vertreter Horst Tenfelde nahmen sich dieser Notsituation an. Es wurde in Abstimmung mit der Stadt Lengerich von Howe als Grundstückseigentümer eine landwirtschaftliche Fläche angepachtet und darauf in Eigenregie mit vereinten Kräften ein Trainingsgelände mit zwei Spielfeldern, Materialcontainern, Flutlichtmasten, Ballfangzäunen und Parkstreifen errichtet. Über 25 Jahre konnten sowohl Senioren- als auch die vielen Juniorenmannschaften die Plätze nutzen. Allerdings barg die über zwei Kilometer lange Anfahrt über den viel befahrenen Aldruper Damm ohne Radweg gerade für Kinder- und Jugendliche eine stetige und große Unfallgefahr. Das führte dann nach mehreren vergeblichen Anläufen im Jahr 2019 endlich zur Umwandlung des Stadion-Ascheplatzes in einen Kunstrasenplatz mit der vertraglichen Prämisse, das Jugendtraining und -spiele nur noch im Stadion an der Münsterstraße stattfinden durften. Und auch die bis dato erfolgte regelmäßige Platzpflege am Aldruper Damm durch die Stadt entfiel und musste nun in Vereinsregie übernommen werden. Etliche vereinsinterne Arbeitseinsätze zum Gehölzfreischnitt, Walzen, Düngen etc. wurden nötig, neue Wassersprenger und ein Aufsitzmäher mussten angeschafft werden. Zuletzt trainierten nur noch die Alten Herren und teilweise die 1./2. und 3. Herren bei Überschneidungen auf dem Gelände. Im Vereinsvorstand wurde lange überlegt, ob das Trainingsgelände beibehalten werden soll. „Inzwischen ist der Pflege- und Kostenaufwand einfach viel zu hoch geworden und auch unser Bedarf ist dementsprechend nicht mehr vorhanden“, sagt Sportvorstand Henrik Haßelmann, der federführend die Organisation der Anlage betreute. In enger und einvernehmlicher Abstimmung mit der Eigentümerfamilie Howe wurde nun der Pachtvertrag beendet und der Verein baut das Gelände sukzessive bis März 2023 zurück, damit es zukünftig wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann. Glücklicherweise konnten inzwischen für die Tore, Container und Flutlichtmasten zumeist kostenneutral interessierte Abnehmer gefunden werden. Der Rest muss über die Abfallbetriebe entsorgt werden. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir die zeitliche Schiene bis Ende März einhalten können“, so Preussen’s Vorstandssprecherin Elke Roggenland. Parallel wurde im Vorfeld mit dem Sportamt der Stadt geklärt, dass als neue Trainingsalternative der top gepflegte städtische Sportplatz am Niedermarker Damm (Waldorf-Kindergarten), mit vorhandenen Umkleidekabinen und Duschen, neben dem FC Grün Weiß Lengerich, auch für eine Nutzung durch Preussen Lengerich zur Verfügung stehen wird. Dann wird der Aldruper Damm Geschichte sein, bis dahin sind jedoch noch einige Arbeitseinsätze nötig.

(Text: Günter Tierp/Fotos: SCP)