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Nachgefragt bei Stefan Kilfitt

Stand uns Rede und Antwort: Stefan Kilfitt

Nach vier Jahren bei unserem Club, übernimmt Stefan Kilfitt zur neuen Saison den Trainerposten beim Nachbarn und A-Ligisten VfL Ladbergen. Wir haben die aktuelle Situation genutzt, um mit Stefan nicht nur über diesen nicht ganz unbrisanten Wechsel zu sprechen. Auch über den wohl sicher scheidenden Aufstieg unserer Zweiten Mannschaft, haben wir mit ihm reden können. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen unseres Interviews

F: Hallo Stefan! Erst einmal zur allerwichtigsten Frage: Wie geht es dir und deiner Familie?

SK: Hallo und Danke der Nachfrage, bei uns sind alle gesund und bleiben es hoffentlich auch. Aber man kann diese Situation als Laie einfach nicht einschätzen und muss einfach weiterhin vorsichtig sein und sich an die Vorsichtsmaßnahmen halten.

F: Seit Mitte April und den Berichten in den Westfälischen Nachrichten und dem Online Portal „Heimspiel-Online“ ist die Katze aus dem Sack: Du verlässt unseren Verein und wechselst zum Nachbarn VfL Ladbergen und übernimmst dort die A-Liga Mannschaft. Wie ist es zu diesem Wechsel gekommen?

SK: Ich habe schon im Januar dem Verein mitgeteilt, dass ich kein weiteres Jahr zur Verfügung stehe, da ich ja gerne wieder eine
1. Mannschaft trainieren wollte. Als man mich beim VFL Ladbergen ins Gespräch brachte und später zu einem unverbindlichen Gespräch einlud, trafen wir uns in kleiner Runde und besprachen verschiedene mögliche Veränderungen im Verein und evtl. mit mir als möglichen Trainer. Da die Aufgabe dort nicht einfach ist, reizt mich diese umso mehr. Ich freue mich, als Trainer ein Teil dieses Neuanfangs zu sein.

F: Von Seiten unseres Vereins war man mit der Kommunikation im Zusammenhang mit deinem Wechsel nicht ganz glücklich. Kannst du dies verstehen?

SK: Nein, überhaupt nicht. Es war dem Sportvorstand ja klar, dass ich nur für ein Jahr als Trainer für die 2. Mannschaft zur Verfügung stehe. Auch habe ich selbst mit „Iki“ Irena Geritsch für meine Nachfolgerin  gesorgt und alle Formalitäten und den Termin für Ihre Trainerausbildung in die Wege geleitet. Ich selber habe aus der Zeitung erfahren, dass der Verein mit Calle und Sascha verlängert und die neue Saison bestreiten möchte (absolut in Ordnung). Daher habe ich mir dann Gedanken gemacht, was ich in Zukunft tue.

F: Hat es keine Möglichkeiten gegeben, dich beim SC Preußen Lengerich zu halten?

SK: Es gab dann vom Jugendvorstand sofort Anfragen und mögliche Ideen einer zusammen Arbeit. Aber ich wollte wieder eine 1. Herren-Mannschaft und nichts anderes.

Vielleicht hätte mich die C1 noch gereizt, doch hier macht Domenik Dohe eine tolle Arbeit und hatte ebenfalls schon zugesagt für die neue Saison.

F: Die aktuelle Saison steht unmittelbar vor dem Abbruch. So wie es aussieht, hättest du dann mit unserer Zweiten Mannschaft das große Ziel und den Wiederaufstieg in die Kreisliga B geschafft. Sicherlich für Team und Trainer ein außergewöhnlicher Aufstieg. Zudem für dich sicherlich auch ein seltsamer Abschied. Welchen Blick hast du selbst auf den Aufstieg und deinen Abschied von der „Münsterstraße“?

SK: Das war so ein Verlauf, der Spaß gemacht hat. Am Anfang war ja lange nicht klar, ob ich eine 2. Mannschaft auf die Beine bekomme, aber nach dem Trainingsstart kam der eine oder andere wieder und so wuchsen wir wieder zu einer Mannschaft zusammen. Wir haben es uns verdient und erkämpft. Wir haben eine klasse Trainingsbeteiligung gehabt und so auch immer durch Konkurrenzdruck die Leistung halten können. Wir waren zwar noch weit hinter meinem Zeitplan, aber es konnte sich schon sehen lassen. Die 3-er Kette und das System braucht einfach etwas mehr Zeit. Den Aufstieg und damit das Saisonziel evtl. geschafft zu haben, freut mich natürlich. Auch wenn Corona es mit beeinflusste. Den Grundstein legte aber die Mannschaft selber. 

F: Wie würdest du selbst deine Zeit in Lengerich beurteilen und Revue passieren lassen? Was waren Höhepunkte, was Enttäuschungen?

SK: Es war eine tolle Zeit, und in den letzten vier Jahren konnte ich mit der B-Jugend Saison 2017/18 die Meisterschaft holen. Leider schafften wir die Aufstiegsspiele für die Bezirksliga nicht… und nun den evtl. Wiederaufstieg mit der 2 Herrenmannschaft in die Kreisliga B. Mein Höhepunkt war das Spiel zuhause gegen Cheruskia Laggenbeck. Drittletzter Spieltag, und wir mussten gewinnen, um es selbst in der Hand zu haben im Meisterschaftsjahr 2017/18. Es war eine furchtbare Hitze und die Jungs fighteten in der heißen Sonne bei weit über 30 Grad. Zur Halbzeit stand es 0:0 und ich sagte den Jungs, ich würde das nicht schaffen, was sie hier auf dem Platz zeigen, diese Leidenschaft, diese enorme Laufbereitschaft und Leistung. Einfach Respekt, und ich sagte ihnen, ich weiß, es ist schon fast unmenschlich, jetzt von Ihnen zu fordern weiter zu machen, und ich glaube daran, dass Sie es schaffen, wenn sie noch einmal 40 Minuten an die allerletzten Reserven gehen… Sie taten es und wie…. Am Ende gewannen wir 3:1. Das war emotional ein toller Moment. Oder die Torte zu meinem Geburtstag von der Mannschaft am Aldruper Damm… ebenso Gänsehaut.

F: In der kommenden Saison wirst du nun als Gast ins Stadion „An der Münsterstraße“ zurückkehren. Wie wird das wohl für dich werden?

SK: Professionell …und fokussiert nur auf das Spiel und 3 Punkte!

SK: Zum Schluss, dir lieber Carsten ein großes Lob und Dankeschön für diese tolle Internetseite und den tollen Berichtserstattungen incl. Fotos.

F: Stefan, vielen Dank für Deine Zeit und schon heute alles Gute für Deine Zukunft!